5. Termin der Försterstaatsprüfung 2024

Foto: BMLUK / Annel Die Absolventinnen und Absolventen der Försterstaatsprüfung.

Titel: „Betriebskonzept für einen durch Nutzungsrechte stark belasteten Betrieb“

Der 5. Termin der diesjährigen Staatsprüfung für den Försterdienst fand vom 1. bis 4. Oktober 2024 an der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen statt.
6 Kandidatinnen und 7 Kandidaten traten zur Prüfung an.

Prüfungskommission

Die Prüfungskommission bestand aus folgenden Personen:
Vorsitzender: MinR. Dipl.-Ing. Ing. Martin NÖBAUER (BML - Sektion III – Forstwirtschaft und Regionen),
Fö.in Ing.in Sabine JUNGWIRTH (Revierleiterin - Revier Bad Aussee – FB Inneres Salzkammergut der ÖBf-AG.),
Mag.a Dr.in Katharina WATZINGER (Rechtsberaterin - Bezirksbauernkammer Gmunden Vöcklabruck) und
Dipl.-Ing. Peter FEUERSINGER (Leiter - Bezirksforstinspektionen Bregenz und Dornbirn – Land Vorarlberg).

Projektthema

In der schriftlichen Projektarbeit bestand die Aufgabe darin, ein umfassendes Betriebskonzept für den privaten Forstbetrieb „Ebensee“ zu entwickeln. Dieser Betrieb erstreckt sich über eine Fläche von 700 Hektar und ist durch umfangreiche Einforstungsrechte stark belastet.

Ein wesentlicher Bestandteil des Betriebskonzepts war die Erstellung einer detaillierten Jahresplanung für das Jahr 2025, einschließlich einer umfassenden Kalkulation und Budgetplanung. Ziel dieser Planung war es, zu überprüfen, ob der Forstbetrieb in der Lage ist, einen jährlichen Gewinn von mindestens 20.000 Euro zu erwirtschaften.

Die Prüfung erfordert unterschiedlichste Qualifikationen

Die schriftliche Projektarbeit wurde an den beiden ersten Prüfungstagen durchgeführt.
Dazu standen insgesamt 13 Stunden zur Verfügung.

Am dritten und vierten Prüfungstag fanden die mündlichen Prüfungen statt.

In den ersten 10 Minuten der mündlichen Prüfungen präsentierten die Prüfungskandidatinnen und Prüfungskandidaten die Schwerpunkte ihres Betriebskonzeptes.

Daran anschließend stellte die Prüfungskommission explizite Fragen zu den in den Konzepten angesprochenen Fachinhalten und prüfte darüber hinaus auszugsweise Inhalte der in der Staatsprüfungsverordnung festgeschriebenen 5 Geschäftsbereiche.

Ergebnis: 85 % waren erfolgreich!

Fö.in Anna ROSENMAIER (Papierholz Austria GmbH),
Fö.in Magdalena SCHWEIGHOFER (Waldverband Steiermark GmbH) und
Fö.in Martina ZEHETNER (Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien - MA 49)
erreichten ein "mit Auszeichnung befähigt".

1 Försterin und 7 Förster wurden mit „befähigt“ beurteilt.
2 Prüfungskandidatinnen bestanden die Prüfung nicht.

Resümee

Als Resümee der Prüfungsleistungen wird zusammengefasst:

  • Bei der Besichtigung der Waldflächen wurden die für die Erarbeitung eines Betriebskonzeptes erforderlichen Informationen und Daten umfassend erhoben.
  • Die erstellten Betriebskonzepte variierten stark in ihrer Ausführung und zeigten eine breite Vielfalt in der inhaltlichen Darstellung.
  • Vielen fiel es schwer, den jahreszeitlichen Arbeitsanfall im Forstbetrieb übersichtlich darzustellen.
  • Die waldbaulichen Fragen wurden durchwegs sehr gut beantwortet.
  • Die jagdlichen Konzepte waren überwiegend wenig kreativ und ohne Weitblick; betriebswirtschaftliche und ökologische Auswirkungen von zu hohen Wildbeständen wurden nicht thematisiert.
  • Die kalkulatorischen Fragestellungen wurden zufriedenstellend gelöst und gut ausgeführt.
  • Die Verknüpfung von Betriebswirtschaft und Förderungen gelang leider nur selten.
  • Die rechtlichen Grundprobleme wurden von den Meisten erkannt.
    Antworten auf die Rechtsfragen, die mehr in die Tiefe gehen, wären wünschenswert gewesen.

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